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What's Next seite zwei?

Seit fast zwei Jahrzehnten entwickelt Seite Zwei Marken, die Substanz haben – strategisch durchdacht, visuell prĂ€zise und im engen Austausch mit ihren Auftraggeber:innen. Statt fertiger Antworten geht es um offene Fragen, gemeinsame Prozesse und den Mut, auch mal unbequeme Wege zu gehen. Ein GesprĂ€ch ĂŒber Vertrauen, Verantwortung und warum gutes Design oft dort beginnt, wo Schubladen aufhören.

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Was treibt euch an? Worin seid ihr gut?

Uns alle im Team verbindet eine tiefe Leidenschaft fĂŒr gute Gestaltung – das ist unser gemeinsamer Ursprung. Gleichzeitig lassen wir uns bewusst nicht in Disziplinen-Schubladen stecken. Uns treibt die Lust am Experiment an, auch jenseits der eigenen Komfortzone. Aus dieser Haltung heraus verbinden wir strategisches, kommunikatives und visuelles Denken zu ganzheitlichen Lösungen fĂŒr Marken, Produkte und Institutionen.

Was unterscheidet euren Beratungsansatz von anderen Agenturen, und warum ist das relevant? Wie sieht das in RealitÀt aus?

Wir arbeiten nicht nur „fĂŒr“, sondern „mit“ jemandem und streben partnerschaftliche Beziehungen mit unseren Kund:innen an. Das bedeutet offenen und transparenten Austausch. Dabei versuchen wir, InformationsflĂŒsse durch möglichst wenige Filter laufen zu lassen. Wir arbeiten nah am Inhalt – oft schon, bevor ein klassisches Briefing existiert. Aufgabenstellungen entwickeln wir gemeinsam, aus einem gemeinsamen VerstĂ€ndnis heraus. Das gelingt nicht immer, aber diese Haltung kommunizieren wir offen und konsequent.
„Gute Lösungen entstehen durch die richtigen Fragen – und durch den Mut, unbequeme Antworten zuzulassen.“

Wie wĂŒrdet ihr euren Zugang zu Markenarbeit in einem Satz beschreiben, ohne Buzzwords?

Gute Lösungen entstehen durch die richtigen Fragen – und durch den Mut, unbequeme Antworten zuzulassen.

Gab es einen Moment, in dem euch klar wurde: So wie frĂŒher funktioniert das nicht mehr?

Schon vor der Pandemie war ein deutlicher Wandel spĂŒrbar: weg vom klassischen Full-Service-Gedanken, hin zu kollaborativem Arbeiten unter spezialisierten Partner:innen. FĂŒr uns war immer klar, dass Offenheit und Vernetzung wichtiger sind als geschlossene Systeme.

Was beobachtet ihr gerade, in der Branche, bei euren Kundinnen und Kunden, bei euch selbst?

Die Transformation hin zu kollaborativen Arbeitsmodellen setzt sich fort – nicht nur zwischen Spezialist:innen, sondern auch im VerhĂ€ltnis zwischen Kund:innen und Agenturen. Auftraggeber:innen verstehen sich zunehmend als Co-Creator und bringen sich aktiver in Prozesse ein. Das verĂ€ndert Rollenbilder, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege.
Diese Entwicklung verlangt mehr Vertrauen und aktive Beteiligung, fĂŒhrt aber zu klareren Entscheidungen, ein gemeinsames VerstĂ€ndnis fĂŒr QualitĂ€t und folglich zu stĂ€rkeren Ergebnissen.

„Zusammenarbeit auf Augenhöhe entsteht fĂŒr uns durch offene Kommunikation, echtes Zuhören, Ausreden lassen und den Willen, Verantwortung zu teilen.“

Welche strategischen Prinzipien braucht es heute, damit Marken langfristig relevant bleiben?

Wenn sie ihre eigene Haltung kennen und konsequent danach handeln. Strategisch bedeutet das, Entscheidungen nicht opportunistisch zu treffen, sondern aus einem klaren SelbstverstĂ€ndnis heraus – auch wenn das kurzfristig unbequem ist.

Wie sieht fĂŒr euch Zusammenarbeit auf Augenhöhe aus, mit Teams, mit Kundinnen und Kunden, mit Partnerinnen und Partnern?

Zusammenarbeit auf Augenhöhe entsteht fĂŒr uns durch offene Kommunikation, echtes Zuhören, Ausreden lassen und den Willen, Verantwortung zu teilen. Ebenso StĂ€rken im Team und bei unseren Kund:innen freizulegen – und ihnen auch Raum zu geben, wirksam zu werden.

Gibt es Prinzipien, an denen ihr festhaltet, auch wenn sie unpraktisch oder unwirtschaftlich erscheinen?

Wir geben unsere experimentelle Seite nicht auf – die Lust, Dinge auszuprobieren und offen zu beobachten, wohin sie fĂŒhren. Auch dann nicht, wenn das kurzfristig unpraktisch oder wirtschaftlich schwerer zu rechtfertigen ist.
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Was braucht ihr intern, um richtig gute Arbeit zu machen, und was steht dem manchmal im Weg?

QualitĂ€t braucht Raum, Zeit und Budget. In der Regel ist eines der 3 Dinge nicht in dem Maße vorhanden, wie es sein sollte.

Wie fördert ihr KreativitÀt und Innovation innerhalb eures Teams?

Gar nicht im klassischen Sinn. KreativitĂ€t entsteht bei uns im gemeinsamen Denken, Reden und Zuhören, oft in Momenten, die nicht als „kreativ“ geplant sind.
„Wir geben unsere experimentelle Seite nicht auf – auch dann nicht, wenn das kurzfristig unpraktisch oder wirtschaftlich schwerer zu rechtfertigen ist.“

Wie nutzt ihr technologische Innovationen (KI), ohne eure Haltung als Marke oder Beratung zu verlieren?

Wir verstehen KI als Werkzeug und als mögliches Vehikel fĂŒr KreativitĂ€t. Ihr Output muss genauso gesteuert, hinterfragt und bewertet werden wie Suchergebnisse oder Ergebnisse anderer Hilfsmittel. Am Ende entscheidet: Welche Geschichte möchte ich erzĂ€hlen und wie soll sie sich anfĂŒhlen.

Welche Rolle spielen gesellschaftliche und ökologische Aspekte in eurer Arbeit, und wie integriert ihr sie konkret?

Gestaltung und Kommunikation beeinflussen Wahrnehmung, Verhalten und Kultur und prÀgen damit gesellschaftliche RealitÀten. Mit dieser Wirkung gehen wir bewusst, kritisch und verantwortungsvoll um.

In der Zusammenarbeit mit Kund:innen, die sich klar zu ressourcenschonender Produktion bekennen, haben wir ĂŒber viele Jahre hinweg ein fundiertes Wissen zu Materialien und nachhaltigen Produktionsprozessen aufgebaut.

Welche aktuellen Entwicklungen im Marketing inspirieren oder irritieren euch, und wie geht ihr damit um?

Die Gefahr des Einheitsbreis – getrieben von KI und stark datenbasierten Konzepten – wird immer grĂ¶ĂŸer. Inspirieren tun uns die Konzepte und ZugĂ€nge, die Mut zur Konsequenz haben und auch mal „happy little accidents“ beinhalten können.

Woran macht ihr den Erfolg eurer Arbeit fest, abseits von Reichweite oder Umsatz?

Wenn wir Marken langfristig entwickeln und dabei Haltung und Relevanz erzeugen, ist das fĂŒr uns ein Erfolg. Ein guter Prozess und nachhaltige Beziehungen sind dabei untrennbar mit dem Ergebnis verbunden.

Wenn ihr in fĂŒnf Jahren auf diese Zeit zurĂŒckblickt, was hofft ihr, werdet ihr dann anders oder besser gemacht haben?

In 5 Jahren gÀbe es uns dann schon seit 20 Jahren. Mit 20 gilt man als erwachsen. Hoffentlich machen wir in unseren letzten Teenie-Jahren keine schwerwiegenden Fehler.