Du bist Creative Consultant, Graphic Recorderin, Coach und Trainerin in einem. Wie ist studiohyeah entstanden und was war der Moment, in dem du gedacht hast: Das mach ich jetzt wirklich?
studiohyeah ist ĂŒber die Zeit hinweg gewachsen – waren es erst punktuelle Trainings- oder Graphic Recording-AuftrĂ€ge, kamen dann Anfragen fĂŒr Workshops, Strategiebilder und Transformationsbegleitung dazu. Irgendwann war klar: diese Abwechslung inspiriert mich so sehr, das will ich full-time machen.
„Ich bin dort unterwegs, wo sich etwas verĂ€ndert. Und: ich mache Dinge sichtbar.“
Viele Menschen haben eine klare Berufsbezeichnung, du hast viele. War das immer so oder hast du dich ĂŒber die Zeit in diese Breite entwickelt? Was hat sich dabei als roter Faden herauskristallisiert?
Es gibt zwei Dinge, die sich ĂŒber alle Rollen, Unternehmen und TĂ€tigkeiten bei mir schon ĂŒber Jahre als roter Faden durchziehen: ich bin dort unterwegs, wo sich etwas verĂ€ndert. Und: ich mache Dinge sichtbar – ob als Trainerin am Flipchart, im Workshop durch geclusterte Post-Its oder mit einem Big Picture beim Graphic Recording.
Was war die hĂ€rteste Phase seit der GrĂŒndung, und was hat dich da durchgebracht?
Es gab sicherlich schon stabilere, wirtschaftlich rosigere Zeiten, als es die letzten paar Jahre der Fall war – das lĂ€sst natĂŒrlich immer Mal wieder Fragen aufkommen. Was immer hilft: (Sinn-)krisen nie alleine auszuhalten. Egal ob es ein guter Ratschlag, die richtige Vernetzung oder einfach ein offenes Ohr ist – gemeinsam ist man auch im Business weniger alleine.
KreativitĂ€t in Organisationen zu bringen klingt nach viel Ăberzeugungsarbeit. Welchen WiderstĂ€nde begegnest du am hĂ€ufigsten, und wie gehst du damit um?
Was mir am hĂ€ufigsten begegnet, ist immer wieder der gleiche Glaubenssatz: âIch bin halt nicht kreativ!â – das lĂ€sst sich Schritt fĂŒr Schritt, mit Ausprobieren, einfach mal Machen und Experimentieren gut auflösen, denn KreativitĂ€t braucht keine Perfektion, sondern Neugier.
Das Studio im Dritten ist nicht nur ein Arbeitsort, sondern auch ein eigenstÀndiges Angebot. Was steckt hinter der Idee, einen physischen Raum in dein Business zu integrieren?
Gute Zusammenarbeit braucht gute RĂ€ume – auch mal auĂerhalb des Gewohnten. Mein Studio im Dritten bietet einen solchen Raum: fĂŒr offene GesprĂ€che, inspirierende Kreativsessions, produktive Workshops und Teambuildings mit jeder Menge SpaĂ.
Du arbeitest mit FĂŒhrungskrĂ€ften genauso wie mit NGOs und Teams in VerĂ€nderung. Was ist der eine Satz, den du am Ende einer guten Session immer hören willst?
âDas probier ich gleich aus!â – denn aus erlebten Erfahrungen lernen wir, werden besser, klarer und strukturierter.
Graphic Recording ist fĂŒr viele noch ein unbekanntes Format. Was passiert in einem Raum, wenn du anfĂ€ngst zu zeichnen, und warum funktioniert das so gut?
âEin Bild sagt mehr als 1000 Worteâ – und bleibt vor allem viel besser in Erinnerung: mit Graphic Recording lĂ€sst sich Gesprochenes gehirngerecht in Wort und Bild verankern und auf einen Blick wieder ins GedĂ€chtnis holen. Egal ob bei Konferenzen, StrategieprĂ€sentationen, Teamklausuren oder in der Wissenschaft – durch das Zusammenfassen von Inhalten auf einer analogen oder digitalen Seite lĂ€sst sich immer wieder darauf referenzieren und auch damit als Basis fĂŒr eventuelle nĂ€chste Inhaltsschritte weiterarbeiten.
„KreativitĂ€t braucht keine Perfektion, sondern Neugier.“
Du bist bei den 25min Sessions der FG Werbung dabei. Was hat dich dazu bewogen, bei diesem Format mitzumachen, und was möchtest du den Teilnehmer:innen in dieser kurzen Zeit wirklich mitgeben?
In Zeiten, die so geprĂ€gt von KomplexitĂ€t und schnellem Wandel sind, lohnt es sich, einen klaren, fokussierten Blick auf das zu haben, was wirklich wichtig ist – und da lassen sich die ersten Schritte auch in nur 25 Minuten gehen.
Wenn jemand aus der Kreativwirtschaft nach deinen 25 Minuten nur eine Sache umsetzt oder mitnimmt, welche soll das sein?
Einfach ausprobieren statt ewig den perfekten Moment abwarten.
Danke fĂŒr das tolle GesprĂ€ch, Katrin!
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