Liebe Silvia, freut mich, dass du dich gemeldet hast! Erzähl doch zu Beginn ein bisschen von dir, woher kommst du, was ist dein Background, was hast du bis jetzt gemacht?
Ich dachte immer, es gibt keinen roten Faden durch meinen beruflichen Lebenslauf, aber jetzt, wo ich schon auf ein bisschen auf etwas zurückschauen kann, gab es den tatsächlich: Kreativprojekte auf den Boden zu bringen und Kreative dabei zu unterstützen – in verschiedensten Rollen.
Mein Weg hat in der freien Kunst begonnen. Während ich Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien studiert habe, begann ich für Künstlervereine zu arbeiten, wie z.B. der Wiener Achse und hier Kreativkonzepte mitzuentwerfen bzw. bei der Finanzierung von Projekten zu helfen. Nach meinem Art&Economy-Studium an der Angewandten, war ich als Kulturmanagerin in NÖ tätig. Als mir das zu langweilig wurde, bin ich dann mitten in der Corona-Hochphase in die Werbe- und Designbranche gesprungen.
Zusätzlich bin ich selbst auf die Suche nach meinem Purpose gegangen und bin dann meiner Neugierde in eine Coachingausbildung gefolgt, weil ich so eine Freude hatte, mit speziellen Tools und viel Vertrauen Leuten zu einem Quantensprung in ihrer Persönlichkeit zu verhelfen. Dieser Weg fühlte sich dann viel mehr nach mir an. So wurde ich zum systemischen Coach, die schönste Arbeit für mich.
„Allein geht in Zukunft nichts mehr, wir müssen lernen wieder mehr in die Kooperation zu kommen.“
Klingt sehr stimming! Wie bist du darauf gekommen, den Club zu gründen? Was ist deine Vision?
In der Werbe-und Designbranche gibt es gerade einige Herausforderungen, die nur durch viel Klarheit, Flexibilität, Reflexion und authentischem Change möglich sind, zu meistern. Zuerst in sich selbst und dann in den Teams. Es clashen alte und neue Werte extrem aufeinander. Es gibt einige systemische Altlasten, die die eigentliche Funktion der Branche (Innovation) nicht mehr unterstützen, sondern eher hemmen. Damit meine ich z.B. Organisationsstrukturen, intergenerationales Zusammenarbeiten im Team, Werte vereinbaren, Arbeitsmodelle verhandeln, etc. Diese systemischen “Umbauarbeiten” betreffen aktuell sowieso viele Branchen. Es braucht hier einfach mehr Support und Beratungsleistungen, die mehr in die Co-Kreation führen. Denn allein geht in Zukunft nichts mehr, wir müssen lernen wieder mehr in die Kooperation zu kommen.
Ich habe also die zwei Bereiche, für die mein Herz schlägt, kombiniert und fokussiere mich darauf, Kreativen zu helfen, ihre Träume, die “close to their heart” sind, aber oft im stillen Kämmerchen versteckt bleiben, an die Oberfläche zu bringen und sich selbst zu erlauben, diese Realität werden zu lassen. Ganz so, wie es ihren Talenten und Herzenswunsch entspricht. Dann wird sinnvolles Leben und Schaffen möglich und das macht dann wirklich Freude und hat dann viel mit dem eigenen Lebensauftrag zu tun. Genau das braucht die Welt jetzt meiner Meinung nach – mehr Purpose und authentischen Change.
Sehr schön klingt das. Wir haben ja im Gespräch schon festgestellt: in dermaßen volatilen Zeiten ist der innere Halt wichtig. Wie genau unterstützt du Menschen, und vor allem Kreative, diesen Halt zu finden?
Was sind genau deine Angebote? Und wie kann man sich eine Session mit dir vorstellen?
Für mich ist Coaching eine gemeinsame Reise, wo du Neues entdecken und Altes loslassen kannst. Dabei schaffe ich einen Raum, damit du deine Antworten in dir selbst findest und lernst auf deine inneren Ressourcen zuzugreifen. So zapfen wir deine innere Kreativität an und holen Antworten und Lösungsansätze, die bereits in dir schlummern, genau zu dir passen und die du gleich umsetzen kannst.
Die Resonanz-Methode kombiniert die Arbeit mit dem Unterbewussten durch Trancen und Mentalreisens, mit Elementen des Mentaltraining und des NLPs.
Ich arbeite online und offline in Wien. Mein Fokus liegt aktuell auf 1:1 Sessions, ich bin aber gerade dabei Wochenend-Gruppenworkshops zu konzipieren, die genau auf die Needs der Zielgruppe zugeschnitten sind und meine Coaching-Methoden mit den Anforderungen aus Agentur- und Freelance-Alltag matchen.
„Ein Geistesblitz ist nichts anderes, als dass eine innere Ressource plötzlich ins bewusste Denken kommt.“
Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Therapie?
Was bedeutet für dich “Sinn”? Im Moment suchen ja gerade jüngere Menschen extrem danach, auch und vor allem im Job …
Spannend! Gibt es Muster aus deiner Sicht? Womit haben die meisten Kreativen Probleme?
Was ich so von meinen Klient:innen aufschnappe ist z.B. das oftmalige Wechseln von Agentur zu Agentur, und immer wieder begegnet man den gleichen Chef-Persönlichkeiten, die einen frustrieren o.Ä. Hier ist natürlich nicht nur das Außen “schuld”, sondern hier läuft oft ein inneres “Programm”, welches einen immer in dieselbe Situation bringt, z.b. eine laute innere Kritikerin, der man dann auch im Außen begegnet. Hier wiederholt man gewisse Verhaltens- und Bewertungsmuster wiederholt. Es kommt einfach zu keinem Perspektivenwechsel. Hier kann Coaching z.B. sehr hilfreich sein, um diesen Teufelskreis einmal zu durchbrechen.
Ein anderes Muster ist natürlich das Impostor-Syndrom, dass man immer glaubt, nicht gut genug zu sein. Auch da läuft dann ein “altes” inneres Programm, wo man den inneren Code sozusagen ein bisschen umschreiben muss, um wirklich wieder frei zu sein.
„Sinn macht das Leben dann, wenn wir unsere Werte und Talente leben.“
Hast du einen “Notfall-Tipp”, wenn man grad in einem Loch sitzt?
Die eigenen Gefühle validieren. Gefühle haben immer recht. Und negative Gefühle und Krisen sind oft wichtige “Warnsignale”, dass man ein Leben führt, das nicht zu einem passt. Und dahinter verstecken sich ganz viele neue schöne Gefühle, die man noch gar nicht kennt und die gelebt werden wollen. Deswegen meldet sich dann das eigene System “so heftig” sozusagen.
Und das Wichtigste: Holt euch Hilfe.
Absolut. Vielen Dank für deinen tollen Input!
Mehr über Silvia und ihre Arbeit erfährst du hier.